Die Wahl zwischen einer „24-Stunden-Pflege“ und der Unterbringung in einem Pflegeheim ist für viele Familien eine Herausforderung. Beide Betreuungsformen haben Vor- und Nachteile, und die Entscheidung hängt von individuellen Bedürfnissen sowie finanziellen Möglichkeiten ab.
In diesem Artikel gehen wir detailliert auf die Kosten, Leistungen und Finanzierungsmöglichkeiten der häuslichen Pflege durch eine „24-Stunden-Pflege“-Kraft sowie die Alternative des Pflegeheims ein.
Inhalt
ToggleWas versteht man unter „24-Stunden-Pflege“?
Die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ ermöglicht es pflegebedürftigen Personen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben, während sie rund um die Uhr betreut werden. Eine Betreuungskraft, meist aus Osteuropa, zieht in den Haushalt der pflegebedürftigen Person ein und übernimmt wichtige Aufgaben:
- Unterstützung bei der Grundpflege: Hilfe beim Waschen, Anziehen und der Körperpflege
- Hauswirtschaftliche Tätigkeiten: Kochen, Putzen, Einkaufen, Wäsche waschen
- Gesellschaft und Betreuung: Gespräche führen, Spaziergänge begleiten, soziale Aktivitäten fördern
- Förderung der Mobilität: Unterstützung beim Gehen, Aufstehen und Bewegen
Im Unterschied zur ambulanten häuslichen Pflege, bei der Pflegedienste nur stundenweise vorbeikommen, bietet die „24-Stunden-Pflege“ eine durchgehende Betreuung.
Kosten der „24-Stunden-Pflege“
Die Kosten für die „24-Stunden-Pflege“ sind abhängig von mehreren Faktoren:
- Qualifikation und Erfahrung der Betreuungskraft
- Herkunftsland der Pflegekraft
- Art und Umfang der benötigten Unterstützung
Typische monatliche Kosten:
Kostenpunkt | Betrag (monatlich) |
---|---|
Betreuungskraft & Agentur | 2.000 – 4.000 € |
Unterkunft & Verpflegung | Zusätzlich privat zu tragen |
Reisekosten (ggf.) | Variabel |
Viele Anbieter bieten eine transparente Kostenstruktur und Beratung zur Finanzierung an.
Kosten eines Pflegeheimplatzes
Die Unterbringung in einem Pflegeheim verursacht ebenfalls hohe Kosten, die je nach Einrichtung und Pflegegrad variieren.
Pflegeheimkosten | Betrag (monatlich) |
---|---|
Pflegeheimplatz insgesamt | 2.500 – 4.500 € |
Eigenanteil für Bewohner | Ø 2.400 € (Stand 2023) |
Zusatzkosten (Unterkunft, Investitionen) | Variabel |
Da Pflegekassen nur einen Teil der Kosten übernehmen, bleibt oft ein hoher Eigenanteil für die Angehörigen.
Vergleich: „24-Stunden-Pflege“ vs. Pflegeheim
Kriterium | „24-Stunden-Pflege“ | Pflegeheim |
---|---|---|
Monatliche Kosten | Ab ca. 2.000 € | Ab ca. 2.500 € |
Pflege in gewohnter Umgebung | ✅ | ❌ |
Individuelle Betreuung | Sehr hoch | Eingeschränkt |
Zuschüsse möglich | Pflegegeld, steuerliche Entlastungen | Pflegekassenzuschüsse |
Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile der „24-Stunden-Pflege“
✔ Pflege in gewohnter Umgebung
✔ Individuelle Betreuung nach persönlichen Bedürfnissen
✔ Förderung der Lebensqualität durch eine persönliche Pflegekraft
Nachteile der „24-Stunden-Pflege“
❌ Höhere Verantwortung für die Familie
❌ Kosten können bei komplexer Pflege steigen
Vorteile des Pflegeheims
✔ Rundum-Versorgung durch Fachpersonal
✔ Medizinische Betreuung und Therapien vor Ort
Nachteile des Pflegeheims
❌ Weniger Privatsphäre durch standardisierte Abläufe
❌ Emotionale Belastung durch den Umzug aus der gewohnten Umgebung
Finanzierungsmöglichkeiten für die „24-Stunden-Pflege“ und das Pflegeheim
Egal ob „24-Stunden-Pflege“ oder Pflegeheim – es gibt verschiedene finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. Besonders bei der häuslichen Pflege können einige Leistungen in Anspruch genommen werden.
Unterstützungsleistung | Höhe | Nutzbar für |
---|---|---|
Pflegegeld | 316 – 901 € | „24-Stunden-Pflege“, Pflegeheim |
Entlastungsbetrag | 125 € | Zusatzleistungen |
Pflegehilfsmittel-Pauschale | 40 € | Pflegehilfen |
Verhinderungspflege | Bis zu 1.612 €/Jahr | Kurzzeitige Entlastung der Familie |
Steuerliche Vorteile | Variabel | Steuerabzüge für Pflegekosten |
Die meisten Zuschüsse sind ab Pflegegrad 2 verfügbar. Gerade für die häusliche Pflege ist eine sorgfältige Prüfung der Fördermöglichkeiten sinnvoll, da sie oft flexibler genutzt werden können.
Häusliche Pflege als Alternative zum Pflegeheim
Viele Familien bevorzugen die häusliche Pflege, da sie dem Pflegebedürftigen ermöglicht, in seiner gewohnten Umgebung zu bleiben. Die „24-Stunden-Pflege“ ist eine besonders umfassende Form der häuslichen Pflege, die eine individuelle Betreuung sicherstellt.
Im Gegensatz zur klassischen häuslichen Pflege durch ambulante Pflegedienste, die oft nur wenige Stunden täglich vor Ort sind, sorgt die „24-Stunden-Pflege“ für eine durchgehende Betreuung. Dies ist besonders vorteilhaft für Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf, die regelmäßig Unterstützung benötigen.
Häusliche Pflege kann durch Familienangehörige, professionelle Pflegekräfte oder eine Kombination aus beiden erfolgen. Neben der „24-Stunden-Pflege“ gibt es auch Teilzeit-Pflegemodelle, die für Angehörige eine Entlastung darstellen können.
Fazit: Was ist die richtige Wahl?
Die Entscheidung zwischen einer „24-Stunden-Pflege“ und einem Pflegeheim hängt stark von den individuellen Bedürfnissen des Pflegebedürftigen ab.
Während die häusliche Pflege durch eine „24-Stunden-Pflege“-Kraft eine vertraute Umgebung und persönliche Betreuung ermöglicht, bietet ein Pflegeheim eine professionelle Rundum-Versorgung mit medizinischer Betreuung.
Ein Beratungsgespräch mit einer Pflegeberatung oder einem spezialisierten Dienstleister kann helfen, die beste Lösung für die jeweilige Situation zu finden.